Berlin - Staatsministerin Professor Dr. Maria Böhmer (CDU) hat dem TV-Sender RTL2 vorgeworfen, Vorurteile gegen Zuwanderer und Homosexuelle zu schüren. Anlass der heftigen Kritik der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration ist die neue Doku-Soap “Willkommen in der Nachbarschaft”. Darin bewerben sich fünf Familien um ein Haus im Wert von 250 000 Euro – wer einziehen darf, entscheiden am Ende die Nachbarn.
Damit die Serie nicht konfliktfrei bleibt, schickt RTL2 vorwiegend Minderheiten ins Rennen um das Haus, darunter auch ein lesbisch-transsexuelles Paar mit Kind, und konfrontiert die Bewerber mit einer sehr spießigen Nachbarschaft. In der ersten Folge, die heute Abend um 20:15 Uhr ausgestrahlt wird, zieht beispielsweise der Schwarzafrikaner Kopa mit seiner deutschen Frau Veronika und drei Kindern ins Haus. “Dass er ein Farbiger ist, kann ich gerade noch ertragen”, kommentiert ein Nachbar.
“Ein Experiment mit einem lohnenswerten Preis”, ist RTL-2-Programmdirektor Axel Kühn laut “Bild” von dem Konzept überzeugt. Die Kandidaten würden “zu Randgruppen der Gesellschaft stilisiert und in einem künstlichen Wettbewerb gegeneinander ausgespielt”, meint dagegen Professor Dr. Böhmer. “Das ist diskriminierend und menschenverachtend.”
Schützenhilfe bekommt Böhmer vom Vertreter des Bischofs im Dekanat Weinheim, Fritz Ulmer: “Solche Sendungen sollten verboten werden. Auch die Freiheit der Medien sollte ihre Grenzen haben.” (cw)
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